Форум кафедры иностранных языков и перевода УрФУ

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#1 2010-12-30 16:48:26

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Vortrag: „Freier Markt in der Sozialarbeit – Familienforschung“

Prof. DDDr. Wassilios E. Fthenakis

Erziehungsexperte, Pädagoge, Anthropologe, Humangenetiker, Psychologie, Lehrender an
mehreren europäischen Universitäten

01. Kinder und Kindheit müssen vor dem Hintergrund makrosozial sich
vollziehender Wandlungsprozesse reflektiert werden: Das Aufwachsen von
Kindern findet gegenwärtig in einer kulturell divers und sozial komplex
gewordenen Gesellschaft statt, die zudem einen beschleunigten Wandel
aufweist und deren Steuerung von außen immer weniger gelingt. In einer
solchen Welt, die voll von Verlusten, Brüchen und Diskontinuitäten
gekennzeichnet ist, wird die Orientierung des Einzelnen zur individuellen
Herausforderung.

02. Die Grundsätze der Moderne erweisen sich als wenig geeignet, um einem
„postmodernistischen“ Verständnis von Welt gerecht zu werden. Und die
bisherigen Steuerungsmechanismen der Systeme erfahren ihre Grenzen an
den veränderten Gesetzmäßigkeiten ihres Funktionierens.

03. Im Bemühen um Ordnung bedient man sich nach wie vor alter,
überkommener Mechanismen, darunter z. B. Rechtsvorschriften, die das
Zusammenleben, etwa in der Partnerschaft, nicht erleichtern, sondern eher
erschweren, oder fiskalischer Modelle zur Steuerung von Bildungssystemen,
die sich als wenig geeignet erweisen.

04. Die Instrumente, die dort zur Anwendung kommen unterliegen der Logik der
Ökonomie: die Qualität der Steuerungsmechanismen (z. B. Vouchers bzw.
ein subjektorientiertes Förderungsmodell) sowie die Instrumente der
Evaluation zur Sicherung von „Qualität“ folgen primär dem „Geist“ der
Ökonomie.

05. Ausgehend aus zwei unterschiedlichen Perspektiven: der Familien- und der
Bildungsperspektive wird die Position untermauert, dass für die Effizienz von
Systemen, wie z. B. des Familien- und des Bildungssystems prozessuale
Aspekte von zentraler Bedeutung sind, die sich der Logik der Ökonomie weit
gehend entziehen.

06. Wenn Kindheit und Jugend als Gegenstand sozialpädagogischer,
psychologischer Intervention und als Topic politischen Handelns werden
sollen, dann benötigen sie eine andere Qualität der Intervention, ein
gewandeltes Verständnis von öffentlich finanzierter Bildung und einen
differenziellen Ansatz, der der Komplexität und Spezifität moderner Systeme
Rechnung trägt.

07. Am Beispiel der Neukonzeptualisierung von Bildungsplänen wird gezeigt,
dass eine durch das Individuum zu verantwortende Steuerung und
Orientierung die Grundlage für eine Qualität im System bietet, den
individuellen Bedürfnissen gerechter wird und mehr individuellen und
kollektiven Nutzen mit sich bringt.

08. Künftige Lern- und Bildungsorte für Kinder und Jugendliche werden mehr
umfassen als das, was heute in Bildungsinstitutionen geboten wird.
09. Und die Familien, in den Kinder aufwachsen werden, werden wenig mit dem
gemeinsam haben, was heute noch in weiten Bevölkerungskreisen an
Familie gelebt wird.

10. Was benötigt wird, ist eine visionäre Bildungs-, Familien- und Sozialpolitik,
die die Zukunft in den Daten der Gegenwart entdeckt und jetzt schon
zukunftsorientiert handelt.

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